Man erzählt sich, Patrick habe das Land gereinigt.
Er habe die Schlangen vertrieben,
sie ins Meer getrieben
und Ordnung hinterlassen.
Die Glocken läuteten,
die Hügel wurden still,
und für einen Moment glaubten die Menschen,
dass Reinheit etwas sei, das man erzwingen könne.
Doch Schlangen verschwinden nicht.
Sie lernen.
In den Wochen nach dem Sieg
begann sich der Boden wieder zu bewegen.
Nicht sichtbar, nicht offen –
nur als feines Zittern unter nackten Füßen,
als leises Rascheln im Gras,
das man lieber ignorierte.
Aus den Rissen krochen sie hervor,
eine nach der anderen.
Dünn, geduldig, älter als jedes Gebet.
Sie trugen keine Krone, kein Kreuz,
nur das Wissen,
dass alles Verdrängte irgendwann zurückkehrt.
Eine von ihnen richtete sich auf
und betrachtete die Menschen lange.
Nicht zornig.
Nicht hungrig.
Fast amüsiert.
Sie sah die Fahnen,
das Grün,
die Geschichten, die man sich erzählte,
um nicht genauer hinsehen zu müssen.
Dann zischte sie, leise genug,
dass nur jene es hörten,
die bereit waren zuzuhören:
„Ihr habt uns nicht verjagt.
Ihr habt uns nur warten lassen.“
Seit dieser Nacht heißt es,
dass jedes Fest, das zu laut gefeiert wird,
irgendwann von Zischen begleitet wird.
Dass jedes Glas, das erhoben wird,
etwas verschweigt.
Und dass Saint Patrick gewann –
aber Saint Serpent blieb.
Geduldig.
Im Schatten.
Bereit, wenn das Lachen hohl wird
und das Grün zu grell.