Sie sagen, einst stand an dieser Stelle ein Tempel aus weißem Stein.
Als er fiel, blieb nur Rauch – und jene, die im Rauch weiteratmeten.
Unter ihnen war eine Frau.
Auf ihrer Stirn lag ein Kreuz aus Asche, doch sie drehte es um,
nicht aus Trotz, sondern um zu zeigen,
dass alles Heilige zuerst gebrannt haben muss.
Mit jedem Atemzug zeichnete sie Spuren in den Staub,
und bald trugen alle, die ihr folgten,
das Zeichen dort, wo früher Wunden waren.
Als die Glut erlosch,
war der Boden selbst zu einem Meer aus Asche geworden –
und in dieser Stille sprach sie:
„Die Asche ist nicht das Ende –
sie ist das, was bleibt, wenn alles wahr war.“
Dann ging sie in die Nacht,
und hinterließ nichts als ein flackerndes Glimmen,
das bis heute nicht verlischt.
So endet das dritte Fest.
Kein Gebet. Keine Vergebung.
Nur das leise Atmen des Feuers,
das weiß, dass jedes Licht irgendwann kniet.